Bis auf sehr wenige Ausnahmen haben Online-Casinos ihren Dienst in Deutschland somit verbotenerweise betrieben. Auch wenn mit europäischen Lizenzen, zum Beispiel aus Malta oder Gibraltar, geworben wurde, war das Glücksspiel in Deutschland verboten. Illegal war das Glücksspiel auch dann, wenn ein Casinoanbieter in einem bestimmten Bundesland eine Zulassung erhalten hatte, die Zahlung von den Online-Spieler:innen jedoch aus einem anderen Bundesland erfolgte. Bis zum 01.07.2021- und auch noch später – waren fast alle Online-Casinos auf dem deutschen Markt illegal. Dadurch haben Spieler:innen einen Anspruch auf Rückzahlung ihrer Einsätze. Ziel des Glücksspielstaatsvertrages von 2021 ist zunächst eine einheitliche Gesetzeslage in Deutschland und die Verbesserung des Jugend- und Spielerschutzes. ein Einzahlungslimit in Höhe von 1.000,- Euro pro Monat, ein Verbot des parallelen Spiels bei verschiedenen Anbietern und ein Werbeverbot zwischen 6 und 21 Uhr vor. Betreiber von Online-Casinos müssen sich an diese gesetzlichen Vorgaben halten. In der Praxis ist dies häufig nicht der Fall – vielmehr werden die Auflagen systematisch von den Anbietern unterlaufen. In vielen Fällen geht es um die Sperre im Spielersperrsystem OASIS oder das monatliche Einzahlungslimit in Höhe von 1000,- Euro.
: 10 O 2570/20) einen Anbieter von Online-Sportwetten zur Rückzahlung von knapp 8.000 Euro. Eine Auflistung aktueller Urteile zum Thema Online-Casinos finden Sie hier. Rechtsschutzversicherungen übernehmen in der Regel keine Kosten für ein Verfahren gegen Online-Glücksspiel-Anbieter. In den Geschäftsbedingungen wird die Kostenübernahme für solche Streitigkeiten fast immer ausgeschlossen. Für Betroffene besteht jedoch die Möglichkeit, die Hilfe eines Prozesskostenfinanzierers in Anspruch zu nehmen.
Dieser übernimmt die Kosten des Verfahrens und erhält im Erfolgsfall eine vorher vereinbarte Provision. Darüber hinaus ist auch die Selbstzahlung möglich, bei der die Mandanten keinerlei Provision zahlen müssen, jedoch die Prozesskosten tragen. In einem kostenlosen Erstgespräch beraten wir Sie gern über Ihre Möglichkeiten. Mehr zum Thema bet wettanbieter testsieger Prozesskostenfinanzierung finden Sie hier. Die Prozesskostenfinanzierung ist eine gute Möglichkeit für Menschen ohne Rechtsschutzversicherung, rechtliche Ansprüche geltend zu machen.
In diesem Fall übernimmt ein Dienstleister die Kosten, die im Rahmen eines Verfahrens anfallen, sodass für den Mandanten kein finanzielles Risiko entsteht. Im Erfolgsfall erhält der Prozesskostenfinanzierer eine vorher vereinbarte Provision. Betroffene können Wettverluste aus den vergangenen 10 Jahren zurückfordern. Dazu müssen sie genau belegen können, wie viel Geld Sie bei den Online-Sportwetten verloren haben. In den meisten Fällen ist es für die Betroffenen nicht mehr nachvollziehbar, wann sie wie viel Geld verspielt haben. Anbieter müssen technische und organisatorische Vorkehrungen treffen, damit das gesetzliche Monatslimit in Höhe von 1000,- Euro eingehalten wird; dazu gehören auch Prüf- und Kontrollpflichten vor Limitanhebungen. Eine SCHUFA-Abfrage reicht meist nicht aus.
| Kanzlei (Beispiel) | Schwerpunkt / Besonderheit | Kostenmodell | Erfahrung im Glücksspielrecht |
|---|---|---|---|
| RA Dr. Schmidt & Partner | Spezialisierung auf illegale Auslandsanbieter | Erfolgshonorar (quota litis) möglich | Seit 2005, über 1000 Fälle |
| Kanzlei Wettrecht Berlin | Fokus auf Verstöße gegen Sperr- und Verifizierungspflicht | Festhonorar oder Stundensatz | Seit 2012, spezielle Abteilung |
| Legalbet Rechtsanwälte | Online-Plattform mit großer Fallzahl, hohe Digitalisierung | Kostenlose Erstprüfung, dann Erfolgshonorar | Seit 2018, bundesweit tätig |
| Kanzlei für Verbraucherrecht Mayer | Kombination aus Wett- und allgemeinem Verbraucherschutz | Rechtsschutzversicherung wird genutzt | Seit 2010, breite Praxis |
Zwingend erforderlich ist auch die Abfrage des OASIS-Sperrsystems. Missachtet ein Anbieter die Schutzvorschriften und Spieler:innen konnten nach Erreichen des Limits oder trotz Sperre weiterhin Geld einzahlen, besteht meist ein Anspruch auf Rückzahlung der Verluste. Inzwischen gibt es zahlreiche Urteile zugunsten von Spielerinnen und Spielern, bei denen die Gerichte Limitverstöße oder Verstöße gegen das Spielersperrsystem der Anbieter als Anspruchsgrundlage für Rückzahlungsansprüche anerkannt haben.
In seinem Beschluss vom 22.03.2024 (Az.
Von welchen Anbietern können Verluste zurückgefordert werden? Online Casino & Sportwetten: Bekommen Spieler ihr Geld zurück? Prozesskostenfinanzierung: Klagen ohne Kostenrisiko ab bet sportwetten online anbieter 5.000,- Um den Markt des Online-Glücksspiels besser kontrollieren zu können, haben sich die Bundesländer im Januar 2020 auf die Eckpunkte eines Glücksspielstaatsvertrags geeinigt. Der Vertrag ist am 1. Juli 2021 in Kraft getreten und erlaubt Online-Glücksspiele wie Online-Poker und Online-Casino.
Gemäß dem Glücksspielstaatsvertrag benötigen Anbieter von Online-Glücksspielen oder Online-Sportwetten eine in Deutschland gültige Lizenz. Die Vergabe der Lizenzen ist an konkrete Auflagen gebunden. Verstößt ein Anbieter gegen diese Auflagen, verstößt er gegen das Glücksspielgesetz und muss mit der Rückforderung sämtlicher Verluste rechnen. Zudem war Online-Glücksspiel in Deutschland bis zum 1. Juli 2021 grundsätzlich gesetzlich verboten. I ZR 88/23) zu einem Fall von Online Sportwetten hat der Bundesgerichtshof (BGH) klargestellt, dass bestimmte Vorschriften, wie das monatliche Einzahlungslimit, als Verbotsgesetze im Sinne des § 134 BGB gelten. Ein Verstoß gegen solche Verbotsnormen kann die Nichtigkeit des betreffenden Rechtsgeschäfts – etwa eines Glücksspielformulars oder eines Einsatzvertrags – zur Folge haben. Somit können sich daraus Rückforderungsansprüche gegen den Anbieter ergeben. Landgericht Stuttgart (Urteil vom 30.08.2024, Az.
Zwar war die Teilnahme am Online-Glücksspiel illegal, jedoch steht dies einem Rückzahlungsanspruch des Kunden nicht im Weg. Das Argument lautet hier: Die Kunden hatten keine Rechtskenntnis und konnten daher im Gegensatz zum Anbieter der Online-Sportwetten nicht wissen, dass sie illegal handelten. Daher müssen sie auch keine strafrechtlichen Folgen befürchten. Auch wer sich in der Vergangenheit bereits strafbar gemacht hat (z.B. durch Diebstahl oder Betrug) und deswegen verurteilt wurde, muss sich in Sachen Rückforderung von Spielverlusten keine Sorgen machen.
Derartige Dinge sind bei einem rechtlichen Vorgehen gegen die Anbieter von Online-Sportwetten nicht von Bedeutung. Wir wissen, dass das Thema Glücksspiel für viele Betroffene heikel ist und Familie, Freunde und Bekannte oftmals davon nichts wissen oder wissen sollen. Wenn Sie uns beauftragen, helfen wir Ihnen vertraulich und diskret. Sie erhalten keine Post von uns, sondern ausschließlich E-Mails. Auf Ihren Wunsch hin können persönliche Gespräche mit unseren Anwälten in Form von Telefonaten vereinbart werden.
Haben Sie das Gefühl, über ein normales Maß hinaus zu spielen und Ihr Spielverhalten nicht mehr kontrollieren zu können? Abhängigkeit entwickelt sich oft schleichend, von den Betroffenen fast unbemerkt. Gerade Online-Glücksspiel ist mit einem erhöhten Suchtrisiko verbunden, da man rund um die Uhr überall spielen kann. Zudem lässt sich übermäßiges Spielen leicht vor Mitmenschen verheimlichen. Tipps zur Prävention und kostenlose Hilfsangebote zur Bekämpfung von Glücksspielsucht finden Sie hier: Was ist eigentlich ein "Legal Tech"?Verbandsklage gegen Meta: Wir führen das Verfahren"Arbeitgeber der Woche" bei iurratio Über 30 Jahre Erfahrung im Verbraucher- und Anlegerschutz Warum können Verluste beim Online Glücksspiel zurückgefordert werden? 48 0 143/23): bet wettanbieter ohne oasis serios Zuspruch von Rückzahlungsansprüchen u.a. wegen Überschreitung des monatlichen 1.000‑Euro‑Einzahlungslimits. Landgericht Tübingen (Urteil vom 17.04.2025, Az. 2 O 266/24): Erstattungsanspruch wegen des Verstoßes gegen das monatliche Einzahlungslimits.
Hier kann man sehen, dass es in Deutschland bisher nur sehr wenige Anbieter mit einer gültigen Erlaubnis für Online-Sportwetten gibt. Die White List der Glücksspielbehörde finden Sie hier. Klagt ein Verbraucher auf Rückzahlung von Wettverlusten bei Online-Sportwetten, so ist nach der Verordnung über die gerichtliche Zuständigkeit und die Anerkennung und Vollstreckung von Entscheidungen in Zivil- und Handelssachen (EuGVVO / Verordnung Nr. 1215/2012) das Gericht am Wohnort des Verbrauchers zuständig. Die Anbieter der Online-Sportwetten halten dagegen, dass es sich bei ihren Kunden nicht um Verbraucher handele und die deutschen Gerichte daher nicht für die Verfahren zuständig seien.
Allerdings hat bisher so gut wie kein deutsches Gericht an der Verbraucher-Eigenschaft der Spieler oder der Zuständigkeit deutscher Gerichte ernstzunehmend gezweifelt. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am 22.07.2021 (Az. I ZR 199/20) entschieden, dass das in Deutschland bis zum 01. Juli 2021 gültige Verbot von Online-Glücksspiel nicht gegen EU-Recht verstößt. Somit können sich die Anbieter von Online-Sportwetten nicht mehr mit dem Einwand verteidigen, das angebotene Online-Glücksspiel sei aufgrund der Dienstleistungsfreiheit in der EU legal gewesen.
Im April 2022 gab den bemerkenswerten Beschluss des OLG Frankfurt am Main (Az. 23 U 55/21), bei dem die Richter einem Spieler die Rückzahlung von verlorenen Spieleinsätzen in fünfstelliger Höhe zusprachen. Bereits 2021 sprach das LG Landshut (Az. : 75 O 1849/20) einem Kläger, der bei Online-Sportwetten um die 46.000 Euro verloren hatte, die Rückzahlung dieses Betrages zu. Im September 2022 verurteilte das LG Dresden (Az. Landgericht Osnabrück (Urteil vom 23.04.2025, Az. 11 0 2290/24): Das Gericht sah in der Überschreitung des Einzahlungslimits eine Pflichtverletzung des Anbieters und sprach das dem Kläger einen Anspruch auf Schadensersatz zu. OLG Koblenz (Beschluss vom 25.04.2024, Az. 1 U 5/24): Bestätigung eines Urteils des LG Mainz, nach dem ein Wettanbieter rund 367.000 Euro erstatten muss, weil das Einzahlungslimit nicht eingehalten wurde. In seinem Beschluss vom 12.11.2025 (Az. 3 U 88/25) hat das Oberlandesgericht Frankfurt klargestellt, dass die OASIS-Sperre nach § 8 Abs. 2 und 3 GlüStV 2021 dem individuellen Schutz spielsüchtiger Personen dient und als Schutzgesetz im Sinne des § 823 Abs. 2 BGB wirkt. Erlaubt ein Anbieter einem gesperrten Spieler die Wettteilnahme, weil Identitätsprüfung und OASIS-Abgleich unterbleiben, haftet er auf Ersatz der dadurch entstandenen Verluste.
Ein Mitverschulden des gesperrten Spielers scheidet aus, da das Sperrsystem dem Schutz vor sich selbst dient. Online-Glücksspiel war in Deutschland gemäß § 284 StGB und § 4 Abs. 4 des Glücksspielstaatsvertrags 2012 bis zum 1.
| Prozessschritt | Maßnahme / Aktion | Zeitrahmen (ca.) | Kostenrisiko |
|---|---|---|---|
| 1. Interne Reklamation | Formlose Rückforderung direkt beim Wettanbieter stellen | 2-4 Wochen für Antwort | Keine bis gering (Porto, Kopien) |
| 2. Anwaltliche Abmahnung | Außergerichtliche Aufforderung durch Rechtsanwalt | 2-8 Wochen | Anwaltskosten (abhängig vom Streitwert) |
| 3. Mediation / Schlichtung | Einschaltung einer Ombudsstelle (z.B. "Geschäftsstelle Glücksspiel") | 1-3 Monate | Oft kostenfrei oder geringe Gebühr |
| 4. Gerichtliches Mahnverfahren | Antrag auf Mahnbescheid beim zuständigen Amtsgericht | 1-2 Monate | Gerichts- und Anwaltskosten |
| 5. Klageerhebung | Einreichung einer Zivilklage auf Rückzahlung | 6 Monate bis mehrere Jahre | Hohes Kostenrisiko bei Niederlage |
Juli 2021 grundsätzlich gesetzlich verboten. Auch wenn Casinoanbieter:innen mit europäischen Lizenzen, zum Beispiel aus Malta oder Gibraltar, geworben haben, war das Glücksspiel in Deutschland verboten.